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Gepostet by on 10. Jun, 2012 in Blog, China, Daoismus

Magische Pilze im Daoismus

Magische Pilze im Daoismus

 

Im Daoismus ist der Verzehr von magischen Pilzen ein Weg, die Unsterblichkeit zu erreichen.

Der chinesische Begriff für ‘magische Pilze’ ist 芝 zhi. Andere Begriffe sind numinoser Pilz 靈芝 lingzhi, geheimer Pilz 隱芝 yinzhi oder Pilzpflanzen zhicao 芝草. Es wird überliefert, dass die magischen Pilze in mythischen Plätzen, wie zum Beispiel Penglai der Insel der Unsterblichen, wachsen. Oder auch auf Bergen in denen es wertvolle Mineralien gibt. Doch auch wenn man sich in so einem Ort befindet, kann man die magischen Pilze nicht einfach so wahrnehmen. Manche Personen werden sogar auf die Pilze treten, ohne es zu merken. Es ist notwendig, sich vorab in Selbstkultivierung zu üben und sich Reinigungszeremonien zu unterziehen. Zu empfehlen sind nach den Klassikern u.a. Atemübungen und bugang 步罡, der Richtschnur folgen, mit den Schritten des Yü.

Erst dann werden einem die Götter und Berggeister diese glückverheißenden Omen offenbaren. Die magischen Pilze zu sich zunehmen, hat eine vergleichbare Wirkung mit den alchemistischen Elixieren. Sie verleihen Unsterblichkeit, dem höchsten Ziel im Daoismus.

Ge Hong 葛洪 war der erste, der in seinem Werk Baopuzi 抱樸子 im elften Kapitel 仙藥 ‘Medizin der Unsterblichkeit’ die magischen Pilze bespricht. Er klassifiziert sie nach ihrer Form in:

  1. 石芝 Stein-zhi,
  2. 木芝 Holz-zhi,
  3. 草芝 Pflanzen-zhi,
  4. 肉芝 Fleisch-zhi und
  5. 菌芝 Pilz-zhi.

Der Adept des daoistischen Weges hat sich also zuerst, in der daoistischen Selbstkultivierung zu üben. Dies sind die vorbereitenden Übungen. Anschließend wird er befähigt sein, die Pilze wahrzunehmen und durch ihren Verzehr zu einem Unsterblichen 仙 zu werden. Im Lauf der chinesischen Geschichte wurden Pilze aller Art als Heilmittel in die traditionelle chinesische Medizin übernommen. Hierfür reichte es aus, wenn sie zu einem langen Leben beitrugen und Schmerzen linderten.


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